Ende. Aus. Vorbei.

Es ist aktuell nicht einfach über den Bayer zu bloggen. Als wären schlechte Leistungen nicht schon schlimm genug, werden diese immer und immer wiederholt, wenn nicht sogar getoppt. Dieselben Worte, die man nach dem ersten Gruppenspiel der Championsleague gegen ZSKA Moskau schrieb, als diese innerhalb weniger Minuten ein 2:0 in ein Unentschieden drehten, könnte man mit einigen Superlativen versehen, auch zum Spiel gegen Borussia Mönchengladbach sagen. Vollkommene Passivität wie in der ersten Halbzeit gegen Freiburg fand sich so auch gegen Hamburg wieder. Und wo man zwischendurch dachte das blamable Pokalaus gegen die Sportfreunde Lotte wäre bereits der absolute Tiefpunkt, kann man sich nun nicht mehr sicher sein, ob sich diese Einschätzung im weiteren Saisonverlauf nicht noch ändern wird. Kurzum: Es ist nicht immer gleich, es wird immer schlimmer.

Wir müssen uns nichts vormachen. Roger Schmidt wird nicht nur gegen Eintracht Frankfurt auf der Trainerbank sitzen, sondern auch noch für weitere Partien, vielleicht selbst bei einer Niederlage. Lange stand ich hinter dieser Entscheidung. Ich glaubte an die Aufholjagden der letzten Jahre. Ich sah die grandiosen Auftritte gegen Borussia Dortmund und im Wembley gegen die Tottenham Hotspurs. Ich bewunderte die Leistungsentwicklung zahlreicher Jugendspieler. Und ich glaubte an seine Philosophie.

Doch selbst wenn man möchte, kann man das nicht mehr. Dass die Championsleague am Ende der Saison mit dem „besten Kader aller Zeiten“ erreicht wird, hat vor der Saison kaum einer angezweifelt. Und auch wenn man es im Nachhinein eher als Sarkasmus abstempelt, war durchaus ein wenig Ernsthaftigkeit dabei, als wir am ersten Spieltag im Borussia-Park „Deutscher Meister wird nur der SVB“ sangen. Völliger Ernst ist hingegen, dass der vierte Platz mittlerweile elf Punkte entfernt liegt. Um sich für die Königsklasse zu qualifizieren bedarf es erfahrungsgemäß mindestens 60 Punkte. Es fehlen noch 36. In 15 Spielen. Man bräuchte einen Punkteschnitt von 2,4. Aktuell holen wir knapp mehr als die Hälfte. 2,4 Punkte pro Spiel entsprechen Guardiolas Niveau beim FC Bayern. Und auch wenn dieser viel von Roger Schmidt hält, vielleicht auch nur noch hielt, ist dieses Szenario maximal unrealistisch. Bayer 04 kämpft nur noch um die Europaleague. Das ist seit Anfang der Rückrunde klar.

Roger Schmidt ist nicht haltbar. Selbst, wenn er sich aufgrund mangelnder Alternativen auf dem Trainermarkt durch die Saison rettet, wäre es nur folgerichtig, unabhängig vom Saisonausgang, im Sommer getrennte Wege zu gehen. Mit Roger Schmidt wird es keine langfristige Entwicklung geben.

4 thoughts on “Ende. Aus. Vorbei.

  • Wenn ich mir die Spiele des WE angesschaut habe, fand ich diese nicht alle schön,aber hatte bei den meisten das Gefühl, dass selbst die Unterlegenen, wenigsten gezeigt haben, dass sie sich dagegen stemmen zu verlieren. Das ist für den Anspruch gut, das ist das was die Fans sehen möchten und ich auch.

    Dann kommt das so ein Verein aus Leipzig her, verliert das Spiel zwar, aber auch nur knapp und es war überall zu spüren, welchen Bammel der BVB und einige Iditioten vor dieser Mannschaft haben.

    Warum?

    Da ist ein Geldgeber mit Vorstellungen. Der möchte etwas erreichen. Er hat als Einzelperson Milliarden verdient. Also muss es eigentlich ein Erfolgsmensch sein. Dann holt er sich die qualifizierten Leute, die in kürzester Zeit etwas aufbauen, was ich einfach geil finde.

    Rangnick sagte vor ein paar Wochen: Wir haben sehr viel Wert auf die charakterlich einwandfreie Struktur der Spieler geachtet. Siehste jetzt.

    Dann war da einfach kein aktueller Druck, ausser dem enormen Druck, wir wollen irgendwann die Nummer eins in Deutschland werden. Diese Ansage war in Liga 3.

    Der Kopf oben hat das Ziel ausgegeben und wird es auch umsetzen. Es ist unglaublich einfach.

    Bei uns in Leverkusen sitzen aber andere Leute. Es geht um das Verhältnis von eingesetzten Werbemilionen durch die Fussball GmbH und der Wirkung.
    Den Entscheidern ist es völlig egal, ob wir Fans etwas erleben dürfen, wie Spannung Leistung, Spiel und Konkurrenz. Es geht einfach darum, dass die Werbewirkung gut ist.
    Bei RB Leipzig ist es sogar so, dass der Boss das Risiko eingeht, dass sein Hauptproduckt sogar eine negative Werbung erfährt. 60.000 Dortmunder schreine „Scheiss Red Bul“. Das ist doch keine Werbung.
    Der will aber da durch und genau trotzdem seine Jungs bald als Meister sehen. Weil er eben oben stehen will. Das ist sein Denken und sein Erfolgsprinzip.

    Wir aber haben eben den Bayer im Hintergrund. Das sind andere Winnertypen. Die sehen den Aufwand um die Fussball Gmbh am Laufen zu halten, und lassen sich berechnen welchen Werbeaufwand in welcher Millionenhöhe notwendig wäre, ohne den Fussball die gleiche Werbewirkung zu erhalten.

    Und hier ist eben die Rechnung einfach. Mit ein bisschen Fussball erreicht man wesentlich mehr als mit nur Geld für Werbung.

    Deshalb ist es den Herren auch gar nicht wichtig, dass wir Leistung erbringen, ausser immer irgendwie in CL zu kommen.

    Und genau deshalb sitzen da die Herren Schade und Völler. Die sitzen nicht in Bayern, Leipzig, Dortmund, weil da wir immer der maximale rfolg erwartet. In Leverkusen nicht. Darum snd die beiden ja auch da.

    Hätte Völler ein Winnergen, wäre er ebreits selber bei Leverkusen gegangen.

    4 Dauerkarten F2 Reihe 12, ehemaliger Volunteer der ersten Stunde, viele Fans zu Fans des SVB gemacht, lebe neben dem Geburtshaus von Stephan Engels in Mondorf und so weiter.

  • Wenn Roger Schmidt geht oder gehen muss, dann sollte Völler auch abdanken , wir brauchen hier keine Schönredner sondern Leute die klar Sagen was Sache ist…….

    Und bitte keinen jungen Trainer mehr verpflichten , egal ob Labbadia,Skibbe,Augenthaler,Hypiä usw. haben alle nichts gebracht bei uns, leider gibt es nicht mehr viele Trainer vom Schlag Don Jupp !!!

  • Ich sehe gerade noch nicht mal dir EL als realistisches Ziel.
    Das einzige was dafür spricht, ist das Potential der Mannschaft.

    Nur eben das wurde fast nie abgerufen. Daher heißt es erstmal auf sich selber konzentrieren und Leistung zeigen (wobei ich glaube, dass die Mannschaft oder zumindest große Teile der Mannschaft gar nicht wollen)

    • Glaubst du wirklich, dass die Mannschaft gar nicht will? Zugegeben ich habe noch nie viel von der Theorie gehalten, dass Mannschaften gegen einen Trainer spielen, halte es aber auch in diesem Fall unwahrscheinlich, dass die Mannschaft dies tut.

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