Herr Korkut, erklären Sie mir das bitte einmal

Ich erwarte gar nicht viel. Wirklich nicht. Nicht nach dieser Saison und den bisherigen Erfahrungen. Ein souveräner Sieg gegen Bremen wäre zwar mehr als wünschenswert gewesen und auch das einzige was mich wirklich zufriedengestellt hätte, erwarten konnte man es aber wohl nicht. Dass das Spiel gegen Bremen mich dennoch wieder entäuschen würde, hätte ich mir aber dennoch nicht vorstellen können.

Ebenso skeptisch wie beruhigt laß ich, dass Korkut sicherer und ausgewogener spielen lassen wollte. In der Tat nahm das offensive Pressing ab, die Viererkette agierte einige Meter tiefer und der Rückpass zu Leno war ein noch beliebteres Mittel. Doch warum so statisch? Nur weil die vorderste Reihe nicht mehr anläuft, als würden sie von einem bewaffneten Papadopoulus verfolgt werden, heißt das doch nicht, dass man sich in seiner zurückgezogenen Position ausruhen kann. Gedanklich fühlten die Spieler sich aber ständig in Bewegung. Eigentlich sollte es ein Leichtes sein unter dieser Gegebenheit seine Pässe gut zu spielen. Spielt man sie aber stetig in den Lauf eines Leverkuseners, der theoretisch diesen Weg hätte machen können, oder eines Bremer Verteidigers, dann kommen die Pässe nicht an. Übrig blieben lange Bälle. Mindetens ein Dutzend wurden in Kopfhöhe auf Chicharito geflankt. Wie viele davon ankamen hätte ich schon vorher beantworten können. Dafür bräuchte es Stefan Kießling.

Er war auch die einzige Einwechslung die ich verstand. Durch schlechtes Aufbauspiel und gute Ballbesitzphasen Werders beschränkte sich Bayers Offensivspiel größtenteils auf Konter und schnelles Umschaltspiel. Weitestgehend gefiel mir dies sogar. Auffällig waren dabei vor allem Karim Bellarabi und Julian Brandt, welche mit ihrer Technik, insbesondere aber durch ihre Schnelligkeit überzeugten. Warum aber genau diese zuerst ausgewechselt wurden erschloss sich mir nicht.

Standards bleiben ein Problem. Wir müssen akzeptieren, dass sich in den verbleibenden Spielen die Defizite nicht mal ansatzweise alle beheben lassen können. Das schmerzt, zumal mir nicht klar werden will warum es über einen längeren Zeitraum nicht möglich ist Standards zu perfektionieren, es lässt sich aber wohl vorerst nicht ändern. Sprach ich schon über den Elfmeter? Wenn die Gedanken darüber wie der anlaufende Spieler den Elfer verschießen wird, die Vorfreude über einen Last-Minute Sieg übertreffen, dann ist alles gesagt.

Versteht mich nicht falsch. Auch ich werde Tayfun Korkut die Zeit geben, die man zwangsläufig als neuer Trainer benötigt, auch ich glaube noch an die Europaleague, auch wenn es beschämend ist, dass diese überhaupt zur Diskussion steht, doch manche Sachen ließen mich erstaunt und sprachlos zurück.

1 thought on “Herr Korkut, erklären Sie mir das bitte einmal

  • Was erwartet ihr denn vom Leverkusener Zuschauer, die sachlich und emotionslos ok sind. Bringt eure Leistung, Millionaros, dann habt ihr auch ein tolles Publikum und hört auf zu flennen. Ihr habt gegen Bremen viel zu sehr deren Spielweise zugeguckt, statt zu kämpfen. Ihr kommt nur durch Kampf wieder ins Spiel. Ihr müßt euch beweisen, nicht wir Zuschauer! Ihr bekommt Geld, wir zahlen (Eintritt). Ihr müßt begeistern um anfeuernde Zuschauer zu bekommen. Das ihr das könnt hattet ihr unter anderem gegen Tottenham bewiesen. Ihr ward vom Trainer falsch eingestellt. Als die Bundesliga euer Offensivspiel (ab Euer 0:3 in Dortmund) kopierte fürchtete ich das, was dann auch eintrat. Aber alle über Euch, Trainer wie Manager erkannten es nicht.
    Jetzt zeigt mal, daß ihr es würdig seid, Spitzenspieler in der 1.Bundesliga und in der CL zu sein.

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