Oh! Platz 3! Sieben Gründe für den Aufschwung

Es ist nur wenige Wochen her, da blickten wir uns alle ratlos an. Aus beiden Turnieren hatten wir uns verabschiedet, in der Bundesliga wurden wir durchgereicht und unser Trainer auf die Abschussliste gesetzt. Dabei wusste niemand so genau wie es dazu kommen konnte. Alle sehnten sich nur noch nach dem Saisonende. Und nun? 15 Punkte aus 5 Spielen, die Championsleague fest im Blick und der Ärger ist groß, dass sich ausgerechnet jetzt die Saison dem Ende neigt.

Eine solche Siegesserie ist bekanntlich nicht käuflich und fällt in den wenigsten Fällen vom Himmel. Daher hier sieben Faktoren für den Aufschwung.

1. Änderung des Spielsystems – Ich finde Bayer 04 und Roger Schmidt haben in dieser Saison eine ähnliche Entwicklung innerhalb einer Saison gemacht, wie letzte Saison. Leverkusen hat aktuell mehr Balance in ihrem eigenen Spiel. Sie variieren besser zwischen ruhigeren Ballbesitzphasen und aggressiven Pressingphasen mit gezielten Tempostößen.

2. Geringere Belastung – Leverkusen konnte sich komplett auf die Bundesliga fokussieren. Statt internationalen Spielen unter der Woche konnte diese Zeit für Regeneration und Training genutzt werden. So konnte sich auch deutlich besser auf Gegner vorbereitet werden. Und die Tatsache, dass wir das erste Tor in einer Partie erzielten und nicht dem Rückstand hinterherlaufen mussten, führte dazu ein Spiel ruhiger abzuschließen. Julian Brandt sagte passend im W11 Fantalk „man müsse dann nicht mehr in jeden Sprint gehen“.

3. Günstiger Spielplan – Hand auf’s Herz! Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg, Köln und Frankfurt sind in dieser Saison keine Mannschaften, die man als Angstgegner versteht. Zwar müssen wir im Endeffekt gegen alle spielen, aber diese Gegnerkombination zum aktuellen Zeitpunkt tat uns gut.

4. Formstarke Spieler – Es lässt sich diskutieren, ob die starke Form einzelner Spieler den Erfolg des Teams trägt, oder die starke Gesamtleistung zu klasse Einzelleistungen führt. Wahrscheinlich trifft beides zu. Julian Brandt traf in den letzten vier Spielen, Bernd Leno ist seit 574 Minuten ohne Gegentor und Karim Bellarabi fällt nicht nur durch sein Tempo und sein Dribbling auf, sondern auch durch Tore und Vorlagen. Das macht nicht nur Spaß, vor allem hilft es aber der Mannschaft.

5. Weniger Verletzte – Diese Saison kann als Paradebeispiel für übermäßiges Verletzungspech gelten. Zwar kehrten in den letzten Spielen nur Kießling und Aranguiz in den festen Kader zurück und Bender und Kampl kamen nur auf Kurzeinsätze, trotzdem konnten diese ihren Anteil für den Erfolg leisten. Zudem ergaben sich so umfassendere Rotationsmöglichkeiten.

160416_1516. Kaderflexibilität – Auch wenn einzelne Spieler zurückkehrten, fehlten, auch aufgrund von Sperren, auf vielen Positionen Spieler. Roger Schmidt musste darauf zurückgreifen Positionen mit Leverkusener zu besetzen, die vorher nicht zum Einsatz kamen oder auf dieser ungewohnten Position noch nicht. Ich finde es bemerkenswert, wie souverän und clever potenzielle Gefahrenquellen gespielt haben. Die Leistungen von Christoph Kramer in der Innenverteidigung, von Marlon Frey und Vladlen Yurchenko im Mittelfeld und Benjamin Henrichs als Links-/ und Rechtsverteidiger zollen meinen höchsten Respekt und waren so nicht zu erwarten.

7. Glück– Fairerweise muss man aber auch anführen, dass Bayer gegen den HSV durch ein Eigentor, aber auch durch die mangelnde Chancenverwertung der Hamburger gewann, gegen Wolfsburg der erste Torschuss im Netz landete und gegen die Eintracht Kampls Tor, welches als wichtiger Dosenöffner diente, auch nicht nur aus seinem Können resultierte. Aber bekanntlich muss man Glück auch erzwingen.

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