Dreizehn Thesen zur Saison 2018/2019

Die neue Saison steht vor der Tür, viele Testspiele wurden absolviert, einige Transfers vollzogen und offensive Aussagen in der Öffentlichkeit getätigt. Ich bin zwar nicht in der Lage die Saison vorherzusagen, möchte aber dennoch dreizehn Prognosen wagen.

Foto von: www.lev-rheinland.de

 

1. Kein Jugendspieler wird den Sprung in die erste Mannschaft schaffen

Zweifelsfrei verfügt die Werkself über eine ausgezeichnete Jugendarbeit, aber eben auch über einen sehr guten Kader. Daher gelang in der jüngeren Vergangenheit nur absoluten Ausnahmetalenten der direkte Sprung in den Profikader. Ein solches Talent sehe ich aktuell nicht. Vielleicht sind für Schreck, Bednarczyk und Co. ein oder zwei Einwechslungen in der 90. Minute drin, mehr aber auch nicht.

2. Der Vertrag mit Heiko Herrlich wird erstmal nicht verlängert

Es ist sicherlich die gewagteste These, denn eigentlich ist etwas anderes zu erwarten: Die Hinrunde läuft gut und im Laufe dieser, in der Winterpause oder am Anfang der Rückrunde verlängert der Verein sein Engagement mit Heiko Herrlich. Damit wäre ihm in der Saisonendphase der Rücken gestärkt, mediale Unruhe könnte unterdrückt werden und ein guter Trainer wäre langfristig an den Verein gebunden. Dennoch kann ich mir auch ein anderes Szenario ohne Vertragsverlängerung vorstellen, obwohl ich an seinen Erfolg fest glaube. Denn sein Vertrag verlängert sich automatisch, wenn er die Champions League erreicht. Bestenfalls zeichnet sich diese Richtung schon früh ab und als Anreiz entscheidet sich der Verein gegen eine vorzeitige Verlängerung. Klappt dieser Plan nicht, ist die Geschäftsführung aber trotzdem mit seiner Trainerleistung zufrieden, kann man zum Ende der Saison immer noch verlängern. Fiele dann nur nicht mehr unter „erstmal“.

3. Bellarabi wird in den wichtigen Partien keine Rolle mehr spielen.

Schon die letzte Saison war enttäuschend für ihn. Wo er zuvor noch im erweiterten Kreis für die Nationalmannschaft gehandelt wurde, werden nun wohl nicht mal mehr die Betreiber „KB38“-Instagram-Fanpages daran denken. Ich sehe nicht, dass er in den nächsten Monaten die Kurve bekommt. Seine Spielweise fügte sich perfekt in Roger Schmidts Pressing, unter Herrlich tat und tut er sich schwer. Mit Paulinho wurde zudem die Konkurrenzsituation verschärft.

4. Größerer Erfolg, mehr Punkte und mehr Tore.

Ich glaube an den Erfolg von Heiko Herrlich. Die Mannschaft blieb im Kern erhalten, wurde gut verstärkt und das Trainerteam kann auf seine Arbeit aufbauen. All das resultiert in einer besseren Platzierung, mehr Punkten und mehr Toren.

5. Lars Benders Zeit als Rechtsverteidiger ist vorbei.

Über seine Spiele als Rechtsverteidiger konnte man sich nie beschweren. Ganz im Gegenteil sogar: Mit ihm wurden erheblich mehr Punkte geholt. Dennoch fühlte es sich auch immer wie eine provisorische Lösung an, die den Ursprung darin fand, dass Herrlich im Kader keine bessere Alternative sah. Mit Weiser wurde aber ein Spieler verpflichtet, der den Anspruch hat, gesetzter Rechtsverteidiger zu sein. Jedvaj kommt verletzungsfrei aus einer sehr erfolgreichen WM zurück und Henrichs Motivation, eine bessere Saison zu spielen, sollte auch hoch sein. Lars Bender dürfte daher in den Genuss kommen, vorrangig auf seiner angestammten Position im Mittelfeld zu spielen.

6. Sportlich wird man Leno nicht vermissen.

Torwartsorgen brauchte in den letzten Jahren in Leverkusen niemand haben. Meint man es schlecht mit Bernd Leno, fielen einem durchaus einzelne Patzer ein, wird ihm aber dennoch insgesamt eine gute Leistung attestieren müssen. Bei Lukáš Hrádecký wird man, anders als bei seinem Vorgänger, zwar keine großartige Weiterentwicklung feststellen, aber nach gehaltenen Chancen beruhigt aufatmen, wird man wohl dennoch zur Genüge können. Über ihn wird in dieser Saison nicht diskutiert.

7. In einigen Jahren wird man sich nicht mehr an diese Europa-League Saison erinnern.

Zu den internationalen Spielen lässt sich aktuell wenig sagen. Schließlich ist nicht einmal bekannt, mit welchen Vereinen sich Leverkusen in der Gruppenphase zu duellieren hat. Den ganz großen Sprung kann ich mir allerdings schon jetzt nicht vorstellen. In ein paar Jahren wird die anstehende internationale Saison wohl nur eine von vielen sein.

8. In der Winterpause wird kein Spieler verkauft.

Spieler werden in der Winterpause im Allgemeinen abgeben, wenn der Kader zu groß, die Geldnot des Vereins zu gravierend, das eingegangene Angebot zu hoch oder der Wechselwunsch des Spielers zu ausgeprägt ist. Leverkusens Kader hingegen ist sowieso schon verhältnismäßig klein, die Finanzen solide. Auch so, dass man ein gutes Angebot übergehen, oder einen Wechselwunsch negieren kann.

9. Julian Brandt wird im Laufe der Saison mit mindestens acht Vereinen in Verbindung gebracht.

Wilde Transferspekulationen sind nichts Neues. Für einen sehr talentierten jungen Nationalspieler ganz besonders nicht. Acht Vereine sind dennoch eine Hausnummer; viel mehr Vereine, die ihn sich leisten könnten, gibt es schließlich auch nicht. Seine guten Leistungen führen dennoch dazu.

10. Tah bleibt fair.

In der letzten Saison gab es für ihn nur eine gelbe Karte, in dieser wird sich das nicht maßgeblich ändern. Die Schiedsrichter werden dem Abwehrchef nicht mehr als drei gelbe Karten in der Bundesliga zeigen. Einen Platzverweis für ihn gibt es auch nicht, versteht sich.

11. Setzt Henrichs sich nicht durch, ist er weg.

Für Benjamin Henrichs wird es die entscheidene Saison. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er bei Bayer 04 bliebe, wenn er noch ein weiteres Jahr nur zu wenigen Einsätzen käme. Denn sicherlich möchte er nicht jedes Jahr so ungewiss in die Spielzeit starten.

12. Wer ist Rudi Völler?

Schon in der vergangenen Saison spielte er medial eine immer geringere Rolle. Die Verantwortung dafür trägt er allein: Keine Tiraden vor Fernsehkameras, kein Sprint durchs Wolfsburger Stadion, um dem vierten Offiziellen eine Lektion zu erteilen, keine Beleidigungen gegenüber Hamburger Spielern, die aus dem Profifußball ausstiegen. Insbesondere weil es keinen Roger Schmidt mehr gab, den es offensiv zu verteidigen galt. Und wenn selbst der Videobeweis in der letzten Spielzeit nicht dafür sorgte, dass Rudi Völler die Fassung verlor, prognostiziere ich eine weitere vollkommen ruhige Saison rund um Tante Käthe.

13. Jedvaj kann den Schwung aus der WM mitnehmen.

Die sportliche Qualität von Tin Jedvaj wird maßgeblich davon abhängen, ob er fit bleibt. In dieser Saison stehen die Zeichen gut. Er kommt verletzungsfrei aus einer erfolgreichen Weltmeisterschaft, regeneriert aus dem Urlaub und kann von der erwarteten Rotation profitieren. Durch die Verletzung von Retsos steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass er sich direkt beweisen kann. Am Ende der Saison wird Jedvaj positiv in Erinnerung bleiben.

Teilt ihr diese Prognosen, oder habt ihr andere Erwartungen an die anstehende Saison?

2 thoughts on “Dreizehn Thesen zur Saison 2018/2019

  • Ich bin sehr skeptisch was die neue Saison angeht. Gerade läuft das Spiel gegen Valencia, ziemlich mies sieht’s aus.
    Es ist kein vernünftiges System zu erkennen. Es fehlt eigentlich ein dominanter Trainer, auch gegenüber der Vereinsführng! Mal abwarten wie sich der Start abspielt.

    • Danke für deinen Kommentar. Klar, viele meiner Thesen sind optimistisch. Nicht alle, aber viele. Kann man natürlich auch anders sehen. Aber du sagst es: Erst mal abwarten. Das Spiel gegen Valencia war nicht gut, es war aber auch nur ein Testspiel. Das darf man nicht überbewerten, ganz kleinreden aber natürlich auch nicht. Nicht abzuwarten, wäre aber unfair.

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